Sabbatical-Interview mit Nicole #4: zwei Auszeiten, einmal selbständig und zurück

2016 machte Nicole ihr erstes Sabbatical, verliebte sich ins Solo-Reisen und in die Welt, arbeitete danach noch ein Jahr, nur um dann ihren Konzernjob endgültig zu kündigen. Nach fünf Monaten in Südamerika wagte sie in Berlin den großen Sprung in die Selbständigkeit. Im Interview verrät sie, wie es ihr seither ergangen ist und was das Sabbatical an ihr und in ihrem Leben verändert hat.

Wann und wie lang war dein (erstes) Sabbatical und was hast du, ganz grob, darin gemacht?

Mein erstes Sabbatical startete im März 2016 und ging sechs Monate lang. Auf meinem Blog findest du dazu auch ein Interview, in dem ich ausführlich von meinem Sabbatical berichte. In der Zeit reiste ich zum ersten mal solo, probierte Couchsurfing aus und lernte unfassbar viele tolle Menschen kennen, das alles in Ländern wie Japan, Belgien, der Schweiz, Grönland, Frankreich oder China.

Straßenszene Japan
Schilderwald in Japan
Gletscher in Grönland
Eine „Einmal im Leben“-Erfahrung: die Gletscher in Grönland sehen

Als dein Sabbatical langsam zu Ende ging: Wie schwer ist es dir gefallen, wieder nach Hause bzw. in dein altes Leben zurückzukehren?

Ich habe schon während meines Sabbaticals gemerkt, dass mir die sechs Monate nicht reichen würden. Bevor ich aufgebrochen war, dachte ich noch, mein Fernweh würde durch das halbe Jahr Reisen ausreichend befriedigt werden, und ich war unsicher, ob das Soloreisen nicht eher zu Heimweh führen würde. Doch genau das Gegenteil war der Fall und zwar hinsichtlich beider Punkte. Mit jedem Land, welches ich bereiste und in dem ich Einheimische sowie andere Reisende traf, mit denen ich über ihre Heimat oder bereits erlebte Abenteuer sprach, verlockte es mich, in noch mehr Länder zu reisen.

Und was das Soloreisen angeht, stellte ich fest, dass ich es liebte. Klar, hat mir mein Freund gefehlt, aber in meinem ganz eigenen Rhythmus zu reisen und nur von meinen eigenen Entscheidungen abhängig zu sein, machte mich mutiger und irgendwie zur besten Version meiner selbst.

Nicole in der Salinas Grande in Argentinien
Allein ist nicht gleich einsam: Nicole in der Salinas Grande in Argentinien

Deshalb beschloss ich noch während meines Sabbaticals, nur noch ein Jahr in meinem alten Konzernjob zu arbeiten, in der Zeit Geld zu sparen und dann zu kündigen, um noch einmal einige Monate auf Reisen zu gehen. Das war für mich persönlich die richtige Entscheidung. Das bestätigte sich schon als ich vom ersten Sabbatical wiederkam. Ich war so voller Energie und Begeisterung und merkte schnell, dass ich diese nur mit Gleichgesinnten, anderen Reisenden teilen konnte. Alle anderen um mich herum, waren in ihrem Hamsterrad wie zuvor. In dem gleichen Alltag, in dem ich selbst ja auch so lang war. Sie interessierten sich zwar sehr für meine Erlebnisse, aber fühlen konnten sie sie nicht. Irgendwie passte ich da nicht mehr richtig rein.

Zurück in Deutschland: Hattest du einen umgekehrten Kulturschock? Was hat dir dagegen geholfen?

Oh ja, was mich daheim schockierte war die Distanziertheit und Grimmigkeit der Leute. Versteht mich nicht falsch, Deutsche können auch supernett und herzlich sein. Aber pünktlich zum Herbst hin wieder in Berlin arbeiten zu gehen entblößte alle Erste-Welt-Probleme der Großstadt. Das Gemeckere, dass der Bus zu spät kam, dass das Wetter so doof sei, dass andere mehr hätten von irgendeinem Statussymbol oder an Gehalt, und das alles in einem Umfeld, in dem es allen mit Abstand betrachtet ziemlich gut ging. Die gute Mittelschicht mit ihren guten Jobs. Ich will die Probleme ja nicht grundsätzlich klein reden, und Stress ist auch etwas sehr Individuelles, aber ich hatte Menschen mit so viel weniger leben gesehen, habe so viel Herzlichkeit erfahren, so viel Offenheit, so viel Neugierde Fremden gegenüber. Und dann knallt einem das graue Spätherbst-Berlin seine Grimmigkeit vor den Latz.

Ich hatte beschlossen, etwas von meiner guten Reiseenergie beizubehalten. Tourist:innen in der eigenen Stadt aktiv zu fragen, ob sie Hilfe brauchten, wenn ich sah wie sie mit einer Karte in der Hand verzweifelt in der Gegend suchten. Lustigerweise führte das zu völligem Erstaunen, teilweise fast schon ängstlichen Reaktionen. Damit rechnete man wohl hier nicht.

Den Kontakt zu meinen internationalen Freund:innen zu halten, neue Reisepläne zu schmieden und auch die Zeit haben geholfen, wieder ein wenig mehr zu Hause anzukommen und zeitgleich trotzdem die positive Energie beizubehalten.

Wie ging dein Leben nach dem Sabbatical weiter? Hat sich etwas verändert?

Rückblickend war das Sabbatical tatsächlich der Startschuss zu einigen Veränderungen. Mein privates Umfeld ist im Prinzip gleich geblieben, und auch meine Beziehung mit meinem Helden hat die räumlichen Trennungen – wenn auch mit einigem Holpern – gut überstanden. Aber meine berufliche Ausrichtung hat sich geändert.

Modern Sabbatical Workshops - erarebite in einer Gruppe alles, was du für deine Auszeit vom Job wissen musst
Nicole und Claudia beim Modern-Sabbatical-Workshop auf dem Travel Festival in Leipzig

Zum einen führten die Reisen dazu, dass ich zusammen mit Claudia von Modern Sabbatical auf einigen der coolsten Travel Festivals Deutschlands Bühnenvorträge halten konnte. Eine wirklich sehr coole Erfahrung! Außerdem hatte ich für meine zweite große Reise ja gekündigt. Den Umstand wollte ich nutzen, um nach der großen Südamerika-Tour, die ich in meiner zweiten Auszeit machte, zu schauen, ob ich es schaffen würde, mich als Selbstständige zu etablieren. Das klappte tatsächlich sehr schnell sehr gut. Was, denke ich, neben meinem fachlichen Background vor allem am Auftreten lag. Denn schon immer, aber durch die Reisen noch verstärkter, ist Authentizität die Eigenschaft, die ich mir bewusst auf die Fahne schreibe. Ehrlich man selbst sein, nichts versprechen, was man nicht halten kann und dennoch zuverlässig sein. Ich denke das baut viel Vertrauen auf.

Die Selbstständigkeit als Content Creator & Projektmanagerin dauerte ungefähr ein Jahr und neun Monate. Sie führte mich schlussendlich zu einer neuen Anstellung, in der ich nicht nur viel lernen konnte, sondern auch die Chance hatte Teams aufzubauen. Ich glaube seit meiner Reiserückkehr 2018 habe ich mehr gelernt als in dem doppelten Zeitraum zuvor. Das wäre alles ohne das erste Sabbatical gar nicht ins Rollen gekommen.

Wie ist deine Jobsituation heute? Und wie  lässt sich das mit dem Reisen vereinbaren?

Ich bin jetzt mit 32 Stunden als Chief Operating Officerin angestellt, in den restlichen Stunden mache ich weiterhin kleine Freelance-Projekte und auch meinen Blog PASSENGER X.

Ich kann in meinem Angestellten-Job komplett remote arbeiten. Ich hatte dort als Freelancerin remote angefangen und das direkt auch als Angestellte weitergelebt. So kann ich theoretisch von überall aus arbeiten. Stark unterschiedliche Zeitzonen wären die einzige Hürde, weil es schon Sinn mach halbwegs zeitgleich mit dem größten Teil des Teams online zu sein, aber selbst das ginge mal für kurze Zeit. Meist arbeite ich von Berlin aus dem Homeoffice. Gerade jetzt zu Corona sind dann Langzeitreisen nicht möglich gewesen. Aber ich hab 2020 bspw. auch während unseres Road Trips durch Portugal gearbeitet, das geht eben auch. Solange ich meinen Laptop dabei habe und gutes Internet verfügbar ist, ist alles möglich.

Inwiefern fühlt sich dein Festangestellten-Job jetzt anders an? 

Es hat sich insofern verbessert, dass ich eine Stelle mit mehr Verantwortung und kreativen Spielraum sowie zeitlicher und örtlicher Flexibilität habe. Was es für mich deutlich weniger wie ein Hamsterrad macht. Ich habe nach meinem Sabbatical durch die Selbstständigkeit und auch den Angestellten-Job, in den ich dann gegangen bin, mehr gelernt als in den Jahren davor. Und der Auslöser dafür war der erste mutige Schritt, das erste Sabbatical zu machen und das alte Hamsterrad einmal zu verlassen. Erst mit Abstand konnte ich erkennen, dass es für mich eben genau das war, ein Hamsterrad, aber nichts, was mich noch herausgefordert hätte oder mir persönliche und fachliche Weiterentwicklungen ermöglicht hätte.

Ich bin auch jetzt keine digitale Nomadin. Ich arbeite viel, gerade in der Freelance-Zeit habe ich viel mehr als je zuvor gearbeitet. Aber eben an Themen, die mich wirklich begeistern, mit Team und Auftraggebern, die ich frei gewählt habe und immer noch frei wähle. Und dazu die Flexibilität, das ist für mich die perfekte Mischung.

Von den so oft angepriesenen digitalen Nomaden, die an irgendeinem Strand arbeiten sollen – wahlweise in Thailand oder auf Bali – und angeblich schnell und einfach Geld verdienen, halte ich persönlich nichts. Das ist ein Mythos.

Von den so oft angepriesenen digitalen Nomaden, die an irgendeinem Strand arbeiten sollen – wahlweise in Thailand oder auf Bali – und angeblich schnell und einfach Geld verdienen, halte ich persönlich nichts. Das ist ein Mythos. Die Realität sieht doch so aus: Selbst wenn ich auf Reisen arbeite, brauche ich dafür Konzentration und nicht Sand auf der Tastatur und Sonne, die im Bildschirm blendet. Ich brauche stabiles Internet (selten am Strand zu finden) und auch ein wenig Routine. Sonst ist man nicht effizient und zuverlässig. Das heißt schlussendlich, dass man meist langsamer reist, wenn man dabei arbeitet. Dass man früh am Morgen oder lang bis in die Nacht hinein am Laptop sitzt. Und das ist auch vollkommen ok. Unfair finde ich nur, wenn da ein völlig falsches Bild erzeugt wird. Remote zu arbeiten bedeutet letztlich viel mehr Selbstdisziplin und gute Organisation, als in einem Büro zu arbeiten, wo der Job und die Location schon den Rahmen vorgeben.

Nicole mit einem kleinen neugierigen Mädchen in Bolivien
Die Menschen machen den Unterschied: Nicole mit einem kleinen neugierigen Mädchen in Bolivien

Welche Fähigkeiten hast du in deinem oder durch dein Sabbatical gelernt?

Mut! Ich weiß, das ist für manch eine:n vielleicht schwer nachzuvollziehen, weil man meinen könnte, dass man gerade in Begleitung von anderen am mutigsten ist. Immerhin ist ja dann jemand da, die:der einem den Rücken stärkt. Doch meine persönliche Erfahrung ist genau andersherum. Wenn ich mit meinem Helden reise, ist er der Wagemutiger, der Draufgänger, der, der seine Grenzen austestet, und ich mutiere zu Mutter Übervorsichtig. Ich bin die Vernünftige, die aufpasst, die Gefahren abwägt und die sich ihren eigenen Ängsten dann aus Bequemlichkeit nicht stellt.

Nicole beim Paragliden
So sieht es aus, wenn man sich traut: Nicole beim Paragliden in den Schweizer Bergen

Wenn ich allein reise, gibt es aber keine Ausreden, es gibt niemanden zum Vorschicken und meine muttimäßige Vorsicht, das Kümmern fällt weg. Es geht dann nur um mich und ich hab dann Zeit und Muße in mich hineinzuhören, mich zu fragen, was ich will und mir selbst Mut zu machen.  So kam es, dass ich Couchsurfen ausprobiert habe, viele spannende Menschen kennenlernte und auch den Mut aufbrachte, trotz meiner Höhenangst, mir meinen Traum vom Paragliden zu erfüllen. Ich bin mir sicher, dass ich gekniffen hätte, wäre ich nicht allein gewesen. Denn als ich allein in den Schweizer Bergen die Gondel betrat und mein Tandempartner mich auf das vorbereitete, was gleich passierte, sagte ich mir selbst „Jetzt oder nie, es liegt einzig und allein an dir“. Gerade das Alleinreisen hat mir ganz viel Fokus auf meine eigenen Gefühle, Bedürfnisse und Eigenschaften ermöglicht. Ich würde sagen, insgesamt bin ich durch das Reisen mehr bei mir selbst angekommen, vollkommen ohne mir das vorher vorgenommen gehabt zu haben.

Und was waren die wertvollsten Erkenntnisse für dich?

1. Ich bin gut darin, allein zu sein und auch allein zu reisen.

2. Ich liebe mein Umfeld daheim, aber mein Glück hängt nicht davon ab. Das kann ich aus mir selbst heraus erzeugen.

3. Die Welt ist großartig und gut. Die täglich schlechten Nachrichten sind echt, aber nur ein kleiner Auszug. In insgesamt elf Monaten Reisen, teils in angeblich gefährlichen Ländern und allein, ist mir absolut nichts Negatives widerfahren. Vielmehr habe ich wunderbare Menschen getroffen, wurde mir von Wildfremden geholfen, habe ich mit Menschen gelacht, die nicht nur vollkommen anders aussahen als ich, sondern mit denen ich mich auch nur mit Händen und Füßen verständigen konnte. Die Welt ist gut! Ausnahmen gibt es überall, aber die sind eben nur Ausnahmen.

4. Jeder Ort kann wunderbar sein, wenn man mit Neugierde und einem offenen Herzen reist.

5. Manchmal sind die kleinen unerwarteten Momente die allerschönsten.

6. Es lohnt sich immer, sich zu trauen die eigenen Träume zu erfüllen!

Nicole mit ihrem Surflehrer in Lima
Nicole mit ihrem Surflehrer in Lima (Peru) während ihres Südamerika-Sabbaticals

Hat die Auszeit deine Sichtweise auf oder deine Einstellung zu Geld, Zeit, Besitz oder Konsumverhalten verändert?

Interessante Frage, ich denke schon.

Mir ist zumindest deutlich bewusster geworden, wie gut es mir und den meisten hier in Deutschland geht. Ein gutes Gesundheitssystem – für welches Auswanderer btw. auch gern mal wieder zurückreisen, fließend Wasser, Strom, immer verfügbares Essen – das ist für ganz ganz viele Menschen auf der Welt schon purer Luxus. Und wir haben dazu noch so viel mehr. Viel mehr, als wir wirklich bräuchten. Mein Kleiderschrank beinhaltet so viele Klamotten, dass ich wohl bis zum Lebensende kaum was Neues bräuchte, während man woanders friert – das ist doch absurd.

Ich denke, das Reisen hat mich etwas globaler denken lassen. Nur weil ich in Deutschland geboren wurde, habe ich nicht automatisch das Recht auf Reichtum geerbt. Klar habe ich viel Zeit und Mühen in meine Ausbildung, mein Studium und meine Karriere investiert und mir damit meinen gut bezahlten Job verdient gemacht, aber ich hatte auch die Chance, genau das zu tun, und darin liegt der alles entscheidende Unterschied.

Viele haben aufgrund der Gegebenheiten in ihrem Land gar nicht erst diese Chance. Ich steig da jetzt nicht in der Tiefe ein, aber man denke nur an den Irak und das, was vor allem den Frauen dort in den nächsten Jahren bevorsteht. Zwangsverheiratung ahoi und Bildung und Selbstständigkeit adios. Bei solchen Dingen blutet mir inzwischen wirklich das Herz. Ich empfinde das nicht mehr als weit weg. Immerhin war ich schon in Ländern, die deutlich weiter entfernt waren, und stellte auch dort fest, dass ich mehr Ähnlichkeiten mit den Menschen dort hatte, als Unterschiede. Das sollte man nie vergessen.

Was ich aus all diesen Erkenntnissen mache? Ich bleibe demütig. Lebe bewusst und genieße meine Möglichkeiten, halte sie aber absolut nicht für selbstverständlich. Ich versuche großzügig zu sein, und, wo immer ich kann, was zurückzugeben von Trinkgeld, Gesprächen bis Spenden. Es gibt viele Möglichkeiten.

Nicole auf Reisen
Status: Reiselust ungestillt. Nicole auf einer ihrer Reisen.

Haben sich deine Beziehungen zu Freund:innen, Familie oder Kolleg:innen seither verändert? 

Nein, im Großen und Ganzen nicht. Ich hatte vorher schon einen tollen Freundeskreis, die mich akzeptieren wie ich bin und damit zurechtkommen, dass ich oft nicht da bin. Das ist das Schöne an meinem Freund:innen, ich habe lauter besondere Menschen gefunden, die ebenso wie ich der:dem anderen sein Glück gönnen und nicht verlangen, dass einen das Gleiche glücklich macht, wie sie.

Hast du das Sabbatical jemals bereut? Oder würdest du es wieder tun?

Bereut? Da muss ich fast lachen. Nicht eine einzige Millisekunde! Ganz im Gegenteil. Ich bin mir selbst und vor allem auch meinem Freund, der mir den letzten Anstupser gab, mich das auch allein zu trauen, unendlich dankbar! Und auf jeden Fall würde ich es wieder tun. Ich hab’s ja bereits wiederholt und auch ein drittes Mal ist nicht ausgeschlossen. Das Leben ist ja hoffentlich noch lang, da gibt es noch so viel zu sehen.

Nicole vor den Eismassen Grönlands
Nicole vor den Eismassen Grönlands

Was wäre dein Tipp für jemanden, die:der überlegt, ein Sabbatical zu machen, sich aber vielleicht noch nicht so richtig traut?

Machen! Für alle Wenns und Abers gibt es Gegenargumente und Lösungen! Für mich ist folgende Vorstellung die einprägsamste: Wir arbeiten ca. 40 bis 50 Jahre, wenn wir lang genug gesund bleiben. Ein sechsmonatiges Sabbatical ist davon gerade mal ein Achtzigstel oder noch weniger. Achtzigstel! Also eigentlich nur ein Atemzug, mehr nicht. Man gönnt sich damit also nichts unfassbar Krasses, was irgendwo eine Lücke reinreißt und was man jemanden erklären müsste. Es ist nur eine ganz winzig kleine Auszeit, und die hat man wohl verdient!

Und wenn es darum geht, was andere denken oder sagen, auch die eigene Familie, dann kann ich nur sagen: Man sollte seine großen Lebensentscheidungen nicht von jemanden abhängig machen, die:der am Ende nicht im eigenen Totenbett liegt oder daneben steht. Soll heißen: Nur du bist für dein Leben verantwortlich und musst dir am Ende die Frage beantworten, ob du etwas bereust. Niemand anderes außer dir. Wenn du dann in vielen vielen Jahren daliegen solltest, wenn die letzten Stunden anbrechen und du dir denkst „hätte ich mir nur diesen Traum erfüllt“ und es nicht gemacht hast, weil es dir jemand ausgeredet hat, die:der dann schon gar nicht mehr da ist, wie blöd ist das? Niemand außer dir selbst kann dir deine Träume erfüllen, mach es, schenke dir selbst diesen Mut! Du würdest ja vermutlich auch allen anderen dazu raten, oder?

Über Nicole

Nicole Bittger von PASSENGER X
Eine Auszeit war ihr nicht genug: Nicole Bittger

Nicole ist 2016 auf ihre erste große Reise gegangen. Ihr sechsmonatiges Sabbatical führte sie nach China, Belgien, Frankreich, in die Niederlande, in die Schweiz, nach Grönland und Japan. Für sie war diese erste Reise der Dominostein zu vielen Veränderungen und der Auslöser einer nie enden wollenden Neugierde auf die Welt. So kam es, dass sie ein Jahr später ihren Job an den Nagel gehangen hat und noch einmal auf Reisen gegangen ist. Dieses mal für fünf Monate nach Südamerika.

Die Zeit hat sie mit unzähligen Erlebnissen nachhaltig geprägt und so reist sie auch heute noch, wann immer sie kann, und berichtet darüber auf ihrem Blog PASSENGER X. Ihre Eindrücke von unterwegs und Tipps für die schönsten Spots teilt sie außerdem auch auf Instagram, folgen lohnt sich!

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